Änderungen in der Kranken- und Pflegeversicherung 2019

Beitragssätze, Minijob- und Gleitzonenberechnung, Mindestbeitrag für Selbständige u. a. m.

Was ändert sich 2019?

Wie immer zur Jahreswende ändern sich die Grenz- und Rechenwerte in der Sozialversicherung ab Januar 2019, somit auch die Beitragsberechnung in der Krankenversicherung. Diese neuen Grenz- und Rechenwerte haben wir zum Großteil schon in den Text der Kranken- bzw. Pflegeversicherung eingearbeitet. Es wurde eine Neuregelung in der Gleitzone - (betrifft Mini- und Midijobs - zum Übergangsbereich ausgebaut) festgelegt. Es treten wichtige Änderungen im Leistungswesen der Kranken- und Pflegeversicherung ein und es werden neue Beitragssätze in der Arbeitslosen und Pflegeversicherung festgelegt.

Krankenversicherung

Nachdem der allgemeine gesetzliche Beitragssatz bereits wieder jeweils zur Hälfte auf die Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt wurde, erfolgt die gleiche Regelung ab 2019 auch auf für die Zusatzbeiträge. Der Mindestbeitrag für Selbstständige sinkt um die Hälfte auf das Niveau aller anderen freiwillig versicherten Kassenmitglieder. Die Kassen berücksichtigen die neuen Grenzen automatisch auf der Grundlage des aktuellsten Einkommenssteuerbescheides. Während des Bezuges von Kranken- oder Mutterschaftsgeldes müssen freiwillig Versicherte nur noch Beiträge auf tatsächlich bestehende beitragspflichtige Einnahmen zahlen. Ehemalige Zeitsoldaten erhalten ab 2019 eine einheitliche Möglichkeit zur freiwilligen Krankenversicherung inklusive Beitragsbezuschussung durch den bisherigen Dienstherrn.

Zusatzbeitrag der Krankenkassen

Ab 2019 wird der Zusatzbeitrag der Krankenkassen nicht mehr allein durch die Arbeitnehmer getragen. Er wird zu gleichen Anteilen durch den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber aufgebracht. Das gilt auch für den Zusatzbeitrag der Arbeitnehmer in der Gleitzone.
Es kommt aber trotz ebenfalls hälftiger Aufteilung auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch das verminderte Entgelt zu unterschiedlich zu zahlenden Beträgen für die Beiden. Sie können sich das durch den Gleitzonenrechner Ihrer Krankenkasse errechnen lassen.

Pflegeversicherung

Der Beitragssatz steigt ab Januar 2019 um 0,5 Punkte auf 3,05 Prozent. Bei Kinderlosen kommen wie bisher noch 0,25 Punkte hinzu.
Durch die Anhebung der Steuerfreibeträge für Ehe- bzw. Lebenspartner auf 5.607 € und für Kinder auf 7.620 € sinkt die relevante individuelle Belastungsgrenze für Zuzahlungen von 2 Prozent bzw. 1 Prozent für chronisch Erkrankte.
Ab Januar 2019 erfolgt in vielen Fällen eine automatische Genehmigung und Übernahme für Taxikosten zum Arzt bei Pflegegrad 4 oder 5 durch die Kassen. Beim Pflegegrad 3 muss aber als Voraussetzung dafür eine dauerhaft eingeschränkte Mobilität festgestellt worden sein. Versicherte mit außergewöhnlicher Gehbehinderung und Blinde profitieren ebenfalls von dieser automatischen Genehmigung.
Eine stationäre Reha können Angehörige von Pflegebedürftigen künftig in Anspruch nehmen, wenn aus medizinischer Sicht auch nur eine ambulante Reha notwendig wäre. Zur besseren Ausgestaltung der Pflege können sie sich in der selben Reha-Einrichtung betreuen lassen, in der auch der Pflegebedürftige untergebracht ist.
Voraussichtlich ab November 2019 gibt es endlich zur Bewertung von Pflegeheimen einen neuen Pflege-TÜV.
Die Heime müssen zweimal jährlich Indikatoren (Merkmale, die statistisch verwertbare Anzeichen für eine bestimmte Entwicklung angeben) veröffentlichen (z. B. Stürze, Druckgeschwüre oder Fixierungen).
Außerdem nimmt der Medizinische Dienst der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) jährliche Stichproben vor. Pflegenoten werden künftig in einer Skala von “weit unter” bis “weit über” dem Durchschnitt veröffentlicht.
13.000 zusätzliche Stellen in Pflegeheimen in ganz Deutschland sollen neu geschaffen werden (ist allerdings viel zu wenig und sicherlich auch nicht zu verwirklichen, weil Pflegefachkräfte einfach fehlen).

Rentenversicherung

Durch das Gesetz zu Leistungsverbesserungen und zur Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung wird die sogenannte Gleitzone (450,01 - 850,00 €) zum “Übergangsbereich” bis 1.300,00 € ausgebaut. Dadurch ergeben sich steuerliche Vorteile für die Arbeitnehmer. Das gilt ab 01.07.2019. Diese Regelung trifft auch für die Beiträge zur Rentenversicherung zu. Dadurch ergeben sich erhöhte Rentenansprüche für die Arbeitnehmer. Errechnen kann man sich das über die so genannten Gleitzonenrechner, die durch die verschiedenen Kassen (z. B. AOK PLUS) im Internet angeboten werden. Sie können aber auch direkt bei Ihrer Krankenkasse nachfragen!
Ab 01.01.2019 steigt der Mindestlohn für Minijobs um 0,35 € auf 9,19 €. Bei der festgelegten Obergrenze für Minijobs in Höhe von 450,00 € dürfen deshalb jetzt pro Monat weniger Stunden gearbeitet werden. Bleibt aber die Stundenzahl pro Monat gleich, steigt das Arbeitsentgelt durch angehobenen Mindestlohn auf mehr als 450,00 € und es tritt automatisch Versicherungspflicht ein. Es wären dann Sozialversicherungsbeiträge nach den Regularien der Gleitzone abzuführen.

Arbeitslosenversicherung

Der Beitrag für die Arbeitslosenversicherung wird sinken. Er wird um 0,4 Punkte auf 2,6 Prozent dauerhaft abgesenkt. Bis Ende 2022 wird zusätzlich per Verordnung die Arbeitslosenversicherung auf 2,5 Prozent abgesenkt.

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